Die Anforderungen an die Logistik verändern sich weiterhin mit hoher Geschwindigkeit. Globalisierung, kürzere Produktlebenszyklen, Digitalisierung, Automatisierung und der zunehmende Einsatz Künstlicher Intelligenz bleiben zentrale Treiber dieser Entwicklung. Die Branche profitiert nach wie vor von der steigenden Nachfrage nach Logistikdienstleistungen, die insbesondere durch das wachsende E‑Commerce‑Geschäft und die zunehmende Retourenbearbeitung im B2C‑Segment verstärkt wird. Gleichzeitig steht sie vor Herausforderungen wie anhaltendem Margendruck, demografischen Veränderungen und einem sich weiter verschärfenden Wettbewerb um Fach‑, Führungs‑ und Nachwuchskräfte. Besonders ausgeprägt ist der Personalmangel weiterhin bei Lagerpersonal, Kraftfahrern, Lokführern und IT‑Fachkräften.
Von Logistikunternehmen wird im Rahmen von Outsourcing‑Aktivitäten eine hohe Investitionsbereitschaft und Innovationskraft erwartet. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Umschlags‑, Distributions‑ und Kommissionierungszentren in verkehrsgünstigen Lagen. Verträge mit Kunden werden häufig nur mit kurzen Laufzeiten abgeschlossen; Flächen und Umschlagsgeräte werden überwiegend gemietet oder geleast.
Der Einsatz durchgängiger Informations‑ und Kommunikationstechnologien entlang der Prozessketten hat sich weiter ausgeweitet. Logistikdienstleister müssen sich verstärkt an die fortschreitende Automatisierung und Digitalisierung anpassen, die zunehmend Einfluss auf Abläufe, Geschäftsmodelle und Qualifikationsanforderungen nimmt.
Die Logistikbranche zählt in Deutschland weiterhin zu den größten Wirtschaftsbereichen. Neben ihrer Bedeutung für Industrie und Handel profitiert sie von der zentralen Lage Deutschlands in Europa und der damit verbundenen Funktion als logistischer Knotenpunkt. Risiken ergeben sich insbesondere aus geopolitischen Spannungen, Handelskonflikten und protektionistischen Tendenzen, die den Welthandel beeinträchtigen können.
Die Geschäftslage in der Logistikbranche blieb zum Jahresende 2025 herausfordernd. Laut BVL‑Logistik‑Indikator zeigte sich zwar ein leichter Aufwärtstrend im Geschäftsklima, doch blieb die Lage insgesamt angespannt. Die Nachfrage aus Industrie und Handel entwickelte sich weiterhin schwach, insbesondere aufgrund rückläufiger Transportvolumina und einer verhaltenen Industriekonjunktur. Der SCI‑Logistikindex lag zum Jahresende 2025 zwar leicht über dem Vorjahreswert, jedoch weiterhin unter der Nulllinie, was die anhaltend schwierige Marktsituation widerspiegelt.
Die Entwicklung im Jahresverlauf war volatil und geprägt von Unsicherheiten, unter anderem durch Konjunkturschwäche, steigende Kosten und strukturelle Herausforderungen. Zum Jahresende 2025 bewertete ein großer Teil der befragten Unternehmen die Geschäftslage weiterhin kritisch.
Quellen dieses Abschnitts:
BVL-Logistik-Indikator 4. Quartal 2025, inkl. Kommentierung
SCI Verkehr, SCI Logistikbarometer, Dezember 2025